Zahnschmerzen – was tun? Was jetzt sofort hilft und wann Sie zum Zahnarzt sollten

Zahnschmerzen – was tun? Was jetzt sofort hilft und wann Sie zum Zahnarzt sollten

Zahnschmerzen was tun? Erfahren Sie, welche Sofortmaßnahmen den Schmerz lindern und wann Sie dringend zum Zahnarzt sollten.

Wenn der Zahn pocht und an Schlaf nicht zu denken ist, helfen zuerst drei Dinge: die Wange kühlen, ein Schmerzmittel wie Ibuprofen (halten Sie sich an die Packungsbeilage) und nachts den Kopf höher lagern. Damit überbrücken Sie die Zeit bis zum Termin.

Mehr leisten diese Maßnahmen allerdings nicht. Zahnschmerzen haben immer eine Ursache, und die verschwindet nicht dadurch, dass der Schmerz nachlässt. Deshalb finden Sie hier beides: was jetzt sofort hilft – und woran Sie erkennen, dass Ihr Zahn bald behandelt werden sollte.

Was hilft sofort gegen Zahnschmerzen?

Diese drei Maßnahmen lindern akute Zahnschmerzen, bis Sie beim Zahnarzt sind:

  1. Kühlen: Wickeln Sie ein Kühlpack in ein Tuch und legen Sie es von außen für etwa zehn Minuten an die Wange. Nach einer kurzen Pause wiederholen Sie den Vorgang erneut. Kälte drosselt die Durchblutung und dämpft so den Schmerz.
  2. Schmerzmittel: Ibuprofen lindert den Schmerz und hemmt zugleich die Entzündung. Sollten Sie Ibuprofen nicht vertragen, ist Paracetamol eine Alternative. 
  3. Kopf hochlagern: Im Liegen steigt der Druck im entzündeten Gewebe. Ein zusätzliches Kissen macht die Nacht erträglicher.

Genauso wichtig ist, was Sie jetzt besser lassen:

  • Keine Wärme. Wärmflasche oder Rotlicht fördern die Durchblutung und können eine Entzündung verschlimmern.
  • Kein Aspirin (ASS) vor dem Zahnarztbesuch. Durch die blutverdünnende Wirkung könnte es bei operativen Eingriffen stärker bluten. 
  • Alkohol und Nikotin meiden. Beides reizt das entzündete Gewebe zusätzlich.

Einen guten Überblick gibt auch die Bayerische Landeszahnärztekammer.

Welche Schmerztablette hilft am besten bei Zahnschmerzen?

Bei den meisten Zahnschmerzen ist Ibuprofen die erste Wahl. Ibuprofen wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend. 

Vielleicht haben Sie in dem Zusammenhang schon von der 3-3-3-Regel gehört: dreimal täglich 400 Milligramm Ibuprofen, höchstens drei Tage. Dies sollte jedoch keine Dauerlösung sein. 

Wer Magen-, Nieren- oder Herzprobleme hat oder schwanger ist, fragt vorher in der Apotheke oder beim Arzt nach.

Ein Signal sollten Sie ernst nehmen: Sollten Sie trotz der Einnahme von Ibuprofen noch unveränderte Schmerzen haben, erhöhen Sie auf keinen Fall eigenständig die Dosis. Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Hausarzt oder uns Rücksprache. 

Warum sind Zahnschmerzen nachts schlimmer?

Viele Patienten erzählen uns dasselbe: Tagsüber ging es noch, nachts wurde es unerträglich. 

Das hat zwei einfache Gründe. Durch das Liegen fließt mehr Blut in den Kopf und der Druck auf den Zahnnerv steigt. Zudem rückt der Schmerz, ohne die tägliche  Ablenkung, in den Mittelpunkt. 

Wenn Sie mit pochenden Schmerzen aufwachen, ist dies ein klassisches Anzeichen für einen entzündeten Zahnnerv. 

Was Ihr Schmerz Ihnen verrät

Zahnschmerz ist nicht gleich Zahnschmerz. Die Art des Schmerzes gibt einen ersten Hinweis auf die Ursache:

So fühlt es sich an Häufige Ursache
Kurzes Ziehen bei Kaltem, Heißem oder Süßem Empfindliche Zahnhälse oder beginnende Karies
Anhaltendes Pochen, nachts stärker Entzündeter Zahnnerv (Pulpitis)
Schmerz beim Zubeißen Entzündung an der Wurzelspitze, ein feiner Riss oder eine zu hohe Füllung
Dicke Backe, Spannungsgefühl, eventuell Fieber Abszess – eine Eiteransammlung, die schnellstmöglich behandelt werden muss
Dumpfer Druck im Oberkiefer, oft beidseitig, bei Schnupfen Gereizte Nebenhöhlen – mehr dazu in unserem Beitrag Zahnschmerzen bei Erkältung

Diese Tabelle ersetzt keine Diagnose. Eine Untersuchung und ein Röntgenbild zeigen, was Ihr Zahn wirklich braucht. Aber sie hilft Ihnen vielleicht einzuordnen, wie dringend es ist.

Wann sollten Sie spätestens zum Zahnarzt?

Spätestens dann, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Die Schmerzen halten länger als zwei Tage an
  • Wange oder Kiefer sind geschwollen
  • Sie haben Fieber oder Schluckbeschwerden
  • Der Zahn schmerzt beim Zubeißen oder Klopfen
  • Der Schmerz weckt Sie nachts
  • Der Schmerz ist plötzlich von selbst verschwunden

Der letzte Punkt überrascht viele. Wenn starke Zahnschmerzen von heute auf morgen verschwinden, könnte der Zahnnerv abgestorben sein. 

Die Entzündung arbeitet im Hintergrund weiter. Dies kann bis zum Kieferknochen gehen. Lassen Sie den Zahn also auch dann anschauen, wenn er gerade Ruhe gibt.

Selbst ein entzündeter oder abgestorbener Nerv bedeutet aber nicht, dass der Zahn verloren ist. Mit einer Wurzelbehandlung lässt sich der eigene Zahn in vielen Fällen erhalten. 

Bei uns geschieht das unter dem Operationsmikroskop, auch in schwierigen Fällen. Viele Patienten kommen mit Schmerzen und Sorgen zu uns und sind hinterher überrascht, wie unkompliziert, ja fast schon entspannt, die Behandlung verlief. 

Unsere Devise: Zahn erhalten statt implantieren.

Wohin in Bamberg bei akuten Zahnschmerzen?

Unsere Praxis liegt in der Heinrichstraße 2, direkt am ZOB. Sie erreichen uns also auch ohne Auto gut. 

Bei akuten Schmerzen rufen Sie am besten gleich morgens an unter 0951 20 86 403. Für Schmerzpatienten versuchen wir, kurzfristig einen Termin frei zu machen.

Außerhalb unserer Sprechzeiten – abends, am Wochenende, an Feiertagen – hilft der zahnärztliche Notdienst. 

Wie Sie ihn in Bamberg erreichen und was Sie dort erwartet, lesen Sie in unserem Beitrag Zahnarzt-Notdienst Bamberg. Und wenn die Schmerzen ausgerechnet unterwegs anfangen: Zahnschmerzen im Urlaub – was tun?

Akute Zahnschmerzen? Rufen Sie uns an: 0951 20 86 403. Wir schauen uns das in Ruhe an – und besprechen dann gemeinsam, was sinnvoll ist. Termin vereinbaren

Häufige Fragen zu Zahnschmerzen

Wie kann ich den Zahnnerv beruhigen?

Kurzfristig helfen Kühlen von außen, ein entzündungshemmendes Schmerzmittel wie Ibuprofen und ein erhöht gelagerter Kopf. Dauerhaft beruhigt sich ein entzündeter Zahnnerv aber nicht von selbst. Solange die Ursache bleibt, kehrt der Schmerz zurück.

Wie lange darf man Zahnschmerzen aushalten?

Als Faustregel: nicht länger als zwei Tage. Bei Schwellung, Fieber oder Schluckbeschwerden sollten Sie noch am selben Tag zum Zahnarzt oder zum Notdienst, denn das können Zeichen eines Abszesses sein.

Was ist die 3-3-3-Regel bei Zahnschmerzen?

Eine Merkformel zur Selbstmedikation: dreimal täglich 400 Milligramm Ibuprofen, maximal drei Tage. Sie taugt zur Überbrückung bis zum Termin, ist aber nicht für jeden geeignet, etwa bei Magen- oder Nierenproblemen und in der Schwangerschaft. Im Zweifel fragen Sie in der Apotheke nach.

Was, wenn Ibuprofen nicht mehr hilft?

Dann ist die Entzündung in der Regel so weit fortgeschritten, dass kein Schmerzmittel sie mehr abfängt. Eine höhere Dosis auf eigene Faust ist keine Lösung. Lassen Sie den Zahn so schnell wie möglich behandeln: tagsüber in der Praxis, nachts und am Wochenende beim Notdienst.

Die Schmerzen sind von selbst weggegangen – ist damit alles gut?

Leider nicht unbedingt. Wenn starke Schmerzen plötzlich verschwinden, kann der Zahnnerv abgestorben sein. Die Entzündung schwelt dann unbemerkt weiter und kann auf den Kieferknochen übergreifen. Vereinbaren Sie auch in diesem Fall einen Kontrolltermin.